Fiat Chrysler geht wieder auf Partnersuche

Mailand/Hamburg – Fiat Chrysler tritt angesichts hoher Ausgaben auf die Kostenbremse und zeigt sich offen für Partner.

Vorstandschef Mike Manley kündigte am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz 2018 ein Sparprogramm an. “Wir müssen einen Teil der Kosten beseitigen, damit wir wettbewerbsfähiger werden können. Wir sind offen für Partnerschaften.” In Europa sollen Stellen abgebaut, Verwaltungskosten gesenkt und die Auslastung der Werke verbessert werden. Mit anderen Herstellern will man sich Fahrzeug-Plattformen und Technologien teilen. Er rechne mit mehr Kooperationen in der Branche, sagte Manley. Bereits unter seinem Vorgänger Sergio Marchionne hatte Fiat Chrysler Anschluss gesucht, war bei mehreren Versuchen aber abgeblitzt.

Fiat Chrysler steht – wie andere Hersteller – wegen der schärferen Abgasvorschriften unter Druck. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten hat der italienisch-amerikanische Autobauer aber erst wenige Elektroautos und Hybridwagen im Angebot. “Fiat Chrysler lebt vor allem davon, dass das Geschäft in den USA läuft”, erklärte Analyst Frank Schwope von der NordLB. “Wenn es da mal runtergeht, kriegt Chrysler Probleme.” Dann werde der Konzern womöglich für Käufer aus China interessant. Der US-Markt bleibe Schlüssel für den Erfolg von Fiat Chrysler, sagte auch Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. Er beobachte, wie sich die Verkäufe von Pickups und Nutzfahrzeugen mit höheren Margen in der zweiten Jahreshälfte 2019 und im nächsten Jahr entwickeln.

MARCHIONNES VERMÄCHTNIS

Investoren bezweifeln inzwischen, dass der weltweit siebtgrößte Autobauer seine Gewinnziele erreichen kann. Die Fiat-Aktie verlor am Donnerstag mehr als elf Prozent, nachdem das Management für 2019 einen operativen Gewinn – ohne die verkaufte Tochter Magneti Marelli – von mehr als den 2018 geschafften 6,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Analysten hatten mit einer Prognose beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von rund 7,3 Milliarden Euro gerechnet.

Sorgen bei Investoren löste auch die Prognose beim Barmittelzufluss für das laufende Jahr aus, der mit 1,5 Milliarden Euro deutlich unter den 4,4 Milliarden liegen soll, die Ende 2018 in den Büchern standen. Grund sind hohe Investitionen sowie Ausgaben im Zusammenhang mit der Beilegung des Streits in den USA über zu hohe Abgasemissionen.

Der Ausblick für das laufende Jahr nährte zudem Zweifel, dass Fiat Chrysler die noch vom früheren Konzernchef Marchionne gemachten langfristigen Versprechen einlösen kann. Der im vergangenen Jahr verstorbene Manager hatte für 2020 ein bereinigtes Ebit in einer Spanne zwischen 9,2 und 10,4 Milliarden Euro prognostiziert. Nachfolger Manley bekräftigte indes, die versprochenen Margen würden erreicht.